Heute mal wieder ein Werk aus deutschen Landen im Blick ^^
○ Kurzer Blick auf das Cover:
Bin da etwas zwiegespalten: Es hat einen netten Detailgrad und der Ton der Geschichte kommt dank des Schwarz/Weiß Kontrastes ganz gut rüber. Doch die Figur auf dem Bild sitzt nur rum, und gerade dieser Manga der mit vielen schönen Hintergründen prahlen kann zeigt hier keinen. Leider etwas hinterm Potenzial finde ich. Schulnote: 4
○ Worum geht es in "Jovantore"?
Jovantore ist der Name einer schier endlosen Hochhaus-Stadt in einer dystopischen Zukunft. Wie einst der Turm vom Babel reihen sich Etagen und Etagen, Ort über Ort auf diesem Gebilde. In dieser Welt lebt Rita, und Rita leidet. Sie hat alle Wissenschaftler und Ärzte aufgesucht, doch niemand kann ihr helfen, denn sie hört ständig ein Ticken in ihrem Kopf, unentwegt und es treibt langsam aber sicher nahe des Wahnsinns.
Doch dann trifft sie in der Unterstadt eine alte Hexe die ihr eine Uhr gibt. Rita wird sofort ohnmächtig und als sie erwacht ist sie in einer noch bizarreren Version von Jovantore, angekettet an ein riesiges Schwert! Zusammen mit dem entstellten Erfinder Murf, seinem Lehrling Hattori und dem Roboter M.T. begibt sich Rita auf eine scheinbar endlose Reise durch eine ewige Nacht...
○ Was hält Kame davon?
Deutsche Künstler haben es nie leicht, und ich bin allzu gerne gewillt ihnen ihre Chancen zu geben und bemühe mich immer positiv an hiesige Werke

heranzugehen. Jovantore hat auch viele Stärken, wie die großartigen, imposanten und detaillierten Umgebungen und Landschaftsbilder. Immer wieder fühlt man sich an japanische Werke wie BLAME! erinnert und es war ein Geniestreich des Verlags EMA diesem Manga ein Großformat zu spendieren, da die Zeichnungen dadurch natürlich nochmal eine Dimension an Größe dazugewinnen. Ich habe prinzipiell auch nichts gegen ambitioniertes Geschichtenerzählen: Die Handlung von Jovantore ist sehr vage, teilweise wirr und erklärt wird eigentlich sowieso nichts, man könnte die Geschichte auch als einen düsteren Sci-Fi-Märchenfiebertraum beschreiben und ich würde nicht widersprechen. Doch auch eine vage Geschichte sollte Interesse und Spannung wecken, und das schafft die Handlung leider nicht wirklich oft. Wenn ich nicht weiß wieso, gegen was und warum die Heldin kämpft, kann ich nicht wirklich mit ihr mitfiebern.
○ Pro & Contra
+ Großartige Zeichnungen
+ Ambitionierte Geschichte...
+ Interessante Figuren...
- Recht deprimierend
-...die aber zu vage bleibt
-... die aber zu kurz kommen
○ Finale Wertung
Ich muss nicht lange nachdenken und doch eher den Daumen senken. OPTISCH ist Jovantore der reinste Zucker, und jeder der ein Faible für gute Zeichnungen hat wird hier selig denke ich. Leider gehöre ich eher zur Kategorie "Der Manga darf schlecht aussehen solange die Story gut ist". Ist die Geschichte um Jovantore schlecht? Ne. Ist sie gut? Ne. Ist sie mittelmäßig? Keine Ahnung ehrlich gesagt, dafür ist sie (wohl etwas bewusst) zu vage gehalten und man als Leser ist angehalten sich einen eigenen Reim darauf zu machen. Können sicher viele, doch mir ist es nur bedingt geglückt, und dadurch erschließt sich hoffentlich meine eher maue Wertung.
Ich würde mich aber über weitere Werke des Mangaka freuen, wie war eure Ansicht? Eher Yay oder eher Nay? Kommentare, Kritik und sonstige Korrekturen gerne gelesen ^^
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HotaruKiryu (Sonntag, 21 Juli 2024 11:13)
Das klingt echt schade, grundsätzlich hätte mich der Manga schon interessiert, aber dafür klingt mir deine Bewertung dann einfach zu meh. Die Zeichungen scheinen ja wirklich gut zu sein, aber wenn es inhatlich nicht das wahre ist ... hm, schwierig. Wundert mich halt nur, dass es einer der wenigen deutschen Manga ist, der so viele Seiten bekommen hat. Du hast hier eine ziemlich gute Review geliefert, aber hältst mich eher davon ab, mir diesen Manga zu kaufen. Aber na ja, vielleicht ist das ja auch nicht so schlimm, haha.
LG HotaruKiryu