Mangastisch!: Look Back

Heute die Geschichte eines Künstlers über die Leiden der Künstler...

 

○ Kurzer Blick auf das Cover:

Eigentlich ganz solide. Kompletter Hintergrund, die Figur auf dem Bild tut was, aber über-detailliert ist das nicht alles (im Gegensatz zu vielen Bildern im Manga selbst) und ne Rückenansicht ist halt etwas meh, könnte besser sein Schulnote: 3

 

○ Worum geht es in "Look Back"?

Die Oberschülerin Fujino zeichnet gerne kleine Manga, und wird dadurch für die Schülerzeitung rekrutiert. Nur eine andere Schülerin, ein Mädchen namens Kyomoto das nie zur Schule kommt, ist ebenso Zeichnerin der Zeitung... und 

© Tatsuki Fujimoto, Look Back, EMA 2022
© Tatsuki Fujimoto, Look Back, EMA 2022

doppelt so gut wie Fujino! Die eher gelassene Schülerin sieht sich dadurch herausgefordert und entschließt sich ihre Zeichenkünste zu verbessern: Familie, Freunde, selbst andere Hobbys und die Schule, alles vernachlässigt sie bewusst nur um besser zu zeichnen. Am Ende des Jahres hat sich Fujino deutlich gesteigert... und ist ihrer unsichtbaren Gegnerin immer noch haushoch unterlegen! Desillusioniert gibt sie das Zeichnen auf, doch am Ende der Schulzeit bittet sie der Lehrer Kyomoto ihr Zeugnis nach Hause zu bringen und es stellt sich heraus das Kyomoto... ein unglaublicher Fan von Fujino ist, denn SIE war immer beeindruckt von ihren Storys! So freunden sich die beiden jungen Frauen an und bilden Tatsache bald ein erfolgreiches Mangaka-Team. Doch eines Tages möchte die scheue Kyomoto sich verändern, und ihr Team zerbricht. Am Ende des Tages muss sich Fujino fragen ob die Dinge sich anders entwickelt hätten, hätten sich die Beiden nie kennengelernt... sie blickt zurück.  

 

○ Was hält Kame davon?

Mich beeindruckt es immer wenn Mangaka aus ihrer "Sparte" ausbrechen: Im Gegensatz zu Fire Punch und Chainsaw Man hat Mangaka Fujimoto hier ein 

© Tatsuki Fujimoto, Look Back, EMA 2022
© Tatsuki Fujimoto, Look Back, EMA 2022

kleines Drama über Mangaka, Zeichner und Lebenswege geschaffen, mit großem Erfolg: Man hat immer mal Punkte im Leben wo man zurückblickt und sich fragt wie sich die Dinge entwickelt hätten wenn man links statt rechts abgebogen wäre, wenn man Nein statt Ja gesagt hätte und was eine Freundschaft für eine Kettenreaktion auslöst. Toll finde ich das "zeichnen" natürlich kein dynamisches Hobby ist, doch man spürt den Ehrgeiz den die Protagonistin entwickelt und ihren Frust das man manchmal damit leben muss das es jemanden gibt der besser ist... und damit leben kann. Letztendlich kann der Mangaka auch hier wieder ein wenig Absurdität mit einem Kampf und Karate-Moves einbauen, doch im Kern ist der Manga eine schöne Geschichte um zwei Menschen die ihre Leidenschaft "leben" und dennoch nicht exakt den selben Weg gehen können, im Guten wie im Schlechten. 

 

○ Pro & Contra

+ Menschliches Drama

+ Überraschende Wendungen

+ Gute Zeichnungen...

- Wenig "Action"

- Geht einmal ins Absurde

- ...von 2-3 Mimiken abgesehen


 

○ Finale Wertung

Look Back ist ein gutes Werk der eher ruhigeren Töne, und leider bin ich kein Zeichner um das 100% zu fühlen, ich schätze jemand der zeichnet und die Leidenschaft dafür besitzt wird hier einfach noch eine Spur mehr mitfiebern und leiden. Das die Geschichte am Ende etwas albern ist kann vielleicht etwas verprellen, aber ich denke das ist nur ein natürlicher Mechanismus der Hauptfigur mit der Situation umzugehen, und am Ende des Tages ist das hier ein schöner Manga mit einer traurig-schönen Geschichte.  

Wie empfinden Zeichner diesen Manga? Doppelt so heftig? Oder lässt es euch kalt? Kommentare, Kritik und Korrekturen wie immer gerne gelesen ^^

 

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Kommentare: 1
  • #1

    HotaruKiryu (Sonntag, 06 April 2025 19:37)

    Ich bin zufällig auf den Anime zum Film gestoßen und hab mittlerweile auch den Manga gelesen, aber was man ließt oder schaut ist eigentlich egal. Tatsächlich verpasst man bei beidem nichts und ich fühle eigentlich alles was du zusammengefasst hast. Zum einen fand ich die Freundschaft der beiden Mädels sehr schön, aber auch diese was wäre wenn-Perspektive. Auch das die eine besser ist als die andere kann man gut verstehen, aber der Unterschied war eben auch krass - die eine zeichnet daheim offensichtlich wirklich künstlerisch und hat viel Zeit, weil sie nicht zur Schule geht. Die andere hat ihren Alltag, den Stress und scheint sich viel selbst beigebracht zu haben, kann aber halt einfach nicht so gut werden, weil sie vielleicht nicht das Wissen, die Zeit oder Talent hat. Künstlerische Hobbys wie zeichnen sind halt auch harte Arbeit - die einen entwickeln sich schnell, die anderen langsamer. Betrifft tatsächlich viele Hobbys, sei es Cosplay, Musik oder anderer Kram, aber beim Zeichnen ist es halt oft am offensichtlichsten. Ich habe weder Fire Punch noch Chainsaw Man gelesen, aber der Band/Anime hat mir einfach super gefallen. Hab später auch noch Goodbye Eri gelesen und der war auch ähnlich gut, wenn auch hier und da abgedrehter. Würde ich tatsächlich auch empfehlen, sehr schöne Review von dir.